Wir verpflegen uns im Feldlager immer selbst. Neben dem authentischen Küchengerät, wie Töpfen und Kesseln, Pfannen, Bratrosten usw., legen wir auch Wert auf eine - so weit das möglich ist - mittelalterliche Küche. Es sind zahlreiche Rezepte überliefert. Das Problem besteht in der Beschaffung der korrekten Zutaten.
Viele Nutzpflanzen sind über die Jahrhunderte überzüchtet worden, und auch die Fleischqualität ist heute meist eine andere. Trotzdem gelingt es unserer Küchenmannschaft immer wieder, nicht nur alle im Lager satt zu bekommen, sondern auch mit etlichen wahren Gaumenfreuden zu verwöhnen.

Die mittelalterlichen Lederhandwerker waren in großen Städten wie Nürnberg sehr stark spezialisiert. So gab es z.B. Täschner, Beutler, Futteralmacher, Schreibzeugmacher, Riemenschneider, Sattler, Schuster, Flickschuster, Altmacher und sicher noch einige Berufe mehr. Jeder dieser Handwerker achtete genau darauf, dass keiner der anderen etwas aus seinem eigenen Metier herstellte. Wir dagegen führen meist ein möglichst großes Spektrum der Lederverarbeitung vor.
Die verwendeten Lederarten entsprechen - soweit es heutzutage möglich ist - den damaligen Sorten. Es gab grubengegerbtes Leder (mit Galläpfeln oder tanninhaltiger Rinde gegerbt), sämisch gegerbtes Leder (mit Fett eingewalkt) und alaungegerbtes Leder (Kalialaun ist ein schon von den Ägyptern verwendetes Salz).
In der Hauptsache wurden Rind- und Kalbsleder, Ziegen-/Schafs- und Schweinsleder sowie Hirschleder verwendet.
Genäht wurde mit dem sogenannten Pechdraht. Je nach Verwendungszweck wurde Leinen- oder Hanfgarn mit Schusterpech gepicht und verzwirnt und an einer Schweinsborste befestigt. Die Löcher wurden mit einer Ahle vorgestochen, durch die man dann die Borste mit dem Draht schieben konnte.
Bei Lederscheiden und Etuis gab es noch die Möglichkeit das Leder zu verleimen. Etuis baute man meistens um einen Holzkern herum auf, ähnlich wie der Leisten beim Schuster.
Beim Dekorieren hatte man je nach Aufwand verschiedene Möglichkeiten:
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•Das Punzieren: mit einem kleinen Metallstempel wurde ein Muster in das angefeuchtete Leder gepresst.
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•Den Lederschnitt: mit einem heißen Eisen wurde ein frei ins Leder geschnittenes Motiv nachgezogen.
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•Die Lederreliefarbeit: mit einem feuchten Kitt unterlegtes Leder wurde frei modelliert, solange der Kitt noch weich war.
Diese Techniken wurden auch sehr häufig kombiniert, um größere Effekte zu erzeugen. Bei hochwertigen Arbeiten wie Minne- oder Reliquienkästchen konnte das Leder auch noch bemalt werden.

Der Schneider war im Spätmittelalter ein sehr angesehner Beruf. Wenn die Menschen damals auf die Straße gingen, konnten sie meist nur ihre Kleidung zur Schau stellen. Heute kommen dagegen andere Prestigeobjekte hinzu, zum Beispiel teuere Autos.
Auch die Menschen im Spätmittelalter wollten ihre Mitbürger mit immer teureren und pompöseren Kleidungsstücken übertreffen und beeindrucken. Dies hatte zur Folge, dass sie sich teilweise hoch verschuldeten, nur um in der Kleidung ihren Mitmenschen in nichts nachzustehen.
Aus diesem Grund hatten Städte, so auch Nürnberg, Kleiderordnungen erlassen, in denen genau niedergeschrieben war, aus welchen Stoffen ein Kleidungsstück für den jeweiligen Stand bestehen durfte, um der Verschwendungssucht der Bürger Einhalt zu bieten, denn eine Stadt war immer nur so reich wie ihre Bürger. Verarmte Bürger konnten keine Steuern zahlen und das wollten die Städte verhindern.

So hat die Nürnberger Kleiderordnung im 15. Jahrhundert vorgeschrieben, dass
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•nur bestimmte Pelze getragen werden durften (die teuersten Pelzarten waren verboten),
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•Hemden an sich keine Fältelungen haben durften - denn Stoff war teuer, und Fältelungen bedeutete wieder, dass die Bürger unnötig viel Geld ausgaben,
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•dass nur eine gewisse Menge an Silber an den Gürteln getragen werden durfte.
Die von einigen vertretene Meinung, dass die Nürnberger Kleiderordnung des 15. Jahrhunderts reine standesrechtliche Regeln waren, kann damit so nicht gehalten werden. Das aufstrebende Patriziat (reiche nichtadelige Bürger) in dieser Zeit hatte oft mehr Geld als die Adligen und dementsprechend auch die Möglichkeit sich Paläste, Schlösser und andere Wertobjekte anzuschaffen, wovon mancher Adliger nur träumen konnte. Außerdem war Nürnberg eine freie Reichsstadt und daher vom Adel und den Bürgern in gleichem Maße regiert. Standesrechtliche Kleiderregeln waren aus diesem Grund hier nicht mehr vorhanden.
Schreiber war im späten Mittelalter ein angesehener und gutbezahlter “Handwerks”-Beruf. Zwar war das Schreiben kein Vorbehalt der Geistlichkeit mehr, der größte Teil der Menschen konnte aber dennoch nicht Lesen und Schreiben. Das aufkommende Aktenwesen und die Ausbreitung des Handels erforderte jetzt jedoch große Mengen Geschriebenes.
Im späten 15. Jahrhundert schrieb man die meisten Dinge bereits auf Papier, nur noch wichtige Texte, die lange haltbar sein mußten (wie Urkunden) schrieb man auf das teurere Pergament.
Der sich rasend schnell verbreitende Buchdruck machte dem Schreiber zwar Konkurrenz, dennoch blieb seine Kunst, gerade für Dokumente, die sich in ihrer Qualität von der "Masse" absetzen sollten, weiterhin hochgeschätzt und unverzichtbar.