Es war klar, dass auch die Menschen im Spätmittelalter ihre Mitbürger mit immer teureren und pompöseren Kleidungsstücken übertreffen und beeindrucken wollten. Dies hatte zur Folge, dass sie sich teilweise hoch verschuldeten, nur um in der Kleidung ihrer Mitmenschen in nichts nachzustehen. Aus diesem Grund hatten Städte, so auch Nürnberg, Kleiderordnungen erlassen, in denen genau niedergeschrieben war, wie ein Kleidungsstück auszusehen hatte, um der Verschwendungssucht der Bürger Einhalt zu bieten, denn eine Stadt war immer nur so reich wie ihre Bürger. Verarmte Bürger konnten keine Steuern zahlen und das wollten die Städte verhindern. |
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Die von einigen vertretene Meinung, dass die Nürnberger Kleiderordnung des 15. Jahrhunderts reine standesrechtliche Regeln waren, kann damit so nicht gehalten werden. Das aufstrebende Patriziat (reiche einfache Bürger) in dieser Zeit hatte oft mehr Geld als die Adligen und dementsprechend auch die Möglichkeit sich Paläste, Schlösser und andere Wertobjekte anzuschaffen, wovon mancher Adliger nur träumen konnte. Außerdem war Nürnberg eine freie Reichsstadt und daher vom Adel und den Bürgern in gleichem Maße regiert. Standesrechtliche Kleiderregeln waren aus diesem Grund hier nicht mehr vorhanden.
Quellen:[1] LEHNER Julia, Die Mode im alten Nürnberg, in: ENDRES Rolf et al., Schriftenreihe des Stadtarchivs Nürnberg 1984, Band 36. |