aiser des römischen Reiches ist
Friedrich III. Die Situation im Reich - insbesondere auch für Nürnberg - war aus folgenden
Gründen sehr kritisch: Im Osten standen die Türken, die bereits mit ihren Vorhuten ins
österreichische Land eingefallen waren. Im Westen entwickelte sich nun, statt einer wirksamen Abwehr
gegen die Türken, ebenfalls ein nicht ungefährlicher Krieg mit Karl dem Kühnen von Burgund, ein
ebenso kluger wie auch rücksichtsloser Eroberer. Seine Truppen waren kriegserprobt und gut trainiert in
Kampfestaktik und Härte.
Als Feind des Erzbischofs von Köln belagerte er nun die Stadt Neuss am
Rhein, wo er nach weiteren Schwachstellen im Gefüge des römischen Reiches tastete. Er wollte nach der
Eroberung von Neuss zunächst Köln und dann das komplette römische Reich erobern und durch sein
burgundisches Königreich ablösen.
Zum Entsatz der eingeschlossenen Bürger in Neuss, die
über ein Jahr hinweg jeden Angriff heldenhaft widerstand leisteten, musste auf kaiserliches Geheiss auch
Nürnberg drei Truppenkontingente entsenden.
So wurde im Oktober 1474 das erste Aufgebot von 300 Mann
Fussknechten, 30 Reitern und 30 Wagen mit Kanonen unter der Führung des Stadthauptmannes Gabriel Tetzel
entsandt, um unter Albrecht Achilles, dem Kurfürst von Brandenburg, der an Stelle des Kaisers den
Oberbefehl über das deutsche Heer hatte, in den Krieg gegen Burgund zu ziehen.
evor allerdings eine entscheidende
Schlacht mit Burgund ausgefochten werden konnte, löste Friedrich den ganzen Zwist auf eine auch nachmals
bewährte habsburger Art. Er verheiratete seinen Sohn Maximilian I. mit der Tochter Karls des Kühnen,
Maria von Burgund. Somit gingen auf beider Seiten stolze dynastische Pläne in Erfüllung und der Krieg
war beendet.
Literatur: Kusch, Eugen (1989/5): Lebensbild einer Stadt
ir versuchen nun einen Teil des ersten Aufgebots der Nürnberger Truppen so authentisch wie nur
möglich darzustellen. Es müssen hier nicht nur die Waffen, Rüstungsgegenstände oder
Gebrauchsgegenstände passen. Es sind auch die Kleider der Kleiderordnung Nürnbergs im 15. Jhdt.
angepasst. Auch die Stoffe sind authentisch (sprich aus reiner Schurwolle, Leinen oder zu einem geringen Anteil
aus Baumwolle).
Da wir in erster Linie das erste Nürnberger Aufgebot 1474 darstellen, führen wir
auch, neben verschiedenen im Kriegslager ausgeführten Handwerken und "Lagerleben" den damaligen
Kriegsdienst (Helmpartendrill, Dienst an einer Kanone - Originalreplik um 1470) vor.